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Website bringt keine Anfragen und keine Kunden: so finden Sie die Ursache

Ihre Website bringt keine Anfragen? So prüfen Sie selbst, ob Google sie findet, wer kommt und wo Besucher abspringen. Für Shops, Dienstleister und Büros.

Stand: · Autor: Dmitri Shelkov

Wenn eine Website keine Kunden bringt, liegt es fast immer an einem von vier Punkten: Sie wird nicht gefunden, die falschen Leute kommen, Besucher verstehen das Angebot nicht oder vertrauen ihm nicht, oder Anfragen gehen technisch verloren. Welcher Punkt es ist, können Sie mit kostenlosen Google-Werkzeugen und einem Smartphone in etwa einer Stunde eingrenzen. Fangen Sie bei der Frage an, ob überhaupt Besucher kommen.

Diese Anleitung gilt für Onlineshops, Dienstleister und Büros gleichermaßen. Wo sich die Prüfung unterscheidet, steht es dabei.

Schritt 1: Kommt überhaupt jemand?

Bevor Sie über Texte oder Design nachdenken, brauchen Sie eine Zahl: Wie viele Menschen besuchen die Website pro Monat?

  • Google Analytics 4 zeigt das unter „Berichte“, wenn es eingerichtet ist.
  • Google Search Console zeigt unter „Leistung“, wie oft Ihre Seiten in der Google-Suche erschienen (Impressionen) und wie oft sie angeklickt wurden. Sie ist kostenlos und braucht nur eine Bestätigung, dass Ihnen die Website gehört (Google Search Console).

Was die Zahl Ihnen sagt:

  • Fast keine Impressionen: Google zeigt die Seite kaum an. Weiter mit Schritt 2.
  • Viele Impressionen, wenige Klicks: Die Seite erscheint, aber Titel und Beschreibung überzeugen nicht, oder sie erscheint bei den falschen Suchen. Weiter mit Schritt 3.
  • Viele Besucher, keine Anfragen: Das Problem liegt auf der Seite. Weiter mit Schritt 4 und 5.

Schritt 2: Findet Google Ihre Seiten?

Eine Seite, die nicht im Google-Index ist, kann nicht gefunden werden, egal wie gut sie ist.

So prüfen Sie es:

  1. Öffnen Sie in der Search Console den Bericht zur Seitenindexierung. Er zeigt, wie viele Seiten indexiert sind und warum andere es nicht sind.
  2. Geben Sie die Adresse Ihrer wichtigsten Leistungs- oder Produktseite oben in das URL-Prüftool ein. Es sagt, ob die Seite bei Google ist.

Häufige Ursachen:

  • Eine „noindex“-Anweisung, die beim Bau der Website gesetzt und nie entfernt wurde. In WordPress gibt es dafür unter „Einstellungen“ > „Lesen“ einen Haken, der Suchmaschinen abhält.
  • Die Seite ist neu und hat noch keine Links von anderen Websites.
  • Wichtige Inhalte stehen nur in Bildern oder PDFs, nicht als Text auf der Seite.

Schritt 3: Kommen die richtigen Besucher?

Besucher sind nicht gleich Kunden. Wer „Fliesen selbst verlegen“ sucht, will keinen Fliesenleger beauftragen.

So prüfen Sie es: In der Search Console unter „Leistung“ den Reiter „Suchanfragen“ öffnen. Dort steht, bei welchen Suchen Ihre Seiten erschienen sind. Fragen Sie sich bei den ersten 20 Zeilen: Sucht so jemand, der bei mir kaufen oder anfragen will?

Wenn fast nur der eigene Firmenname auftaucht, werden Sie nur von Leuten gefunden, die Sie schon kennen. Dann fehlen Seiten zu den Leistungen und Produkten in den Worten, mit denen Kunden suchen.

Für lokale Dienstleister kommt ein zweiter Kanal dazu: das Google-Unternehmensprofil. Es erscheint in Google Maps und oft über den normalen Suchergebnissen. Google nennt für die lokale Reihenfolge drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Beliebtheit (Google Unternehmensprofil-Hilfe). Ein unvollständiges Profil mit falschen Öffnungszeiten kostet Anfragen, bevor jemand die Website sieht. Mehr dazu unter Local SEO.

Schritt 4: Verstehen Besucher in fünf Sekunden, was Sie anbieten?

Öffnen Sie Ihre Website auf dem Smartphone und schauen Sie nur auf den ersten Bildschirm, ohne zu scrollen. Beantworten Sie:

  • Was wird hier angeboten?
  • Für wen?
  • In welchem Gebiet oder zu welchen Bedingungen?
  • Was ist der nächste Schritt?

Wenn eine der Antworten fehlt, fehlt sie auch Ihren Besuchern. Am besten machen Sie den Test mit jemandem, der Ihr Unternehmen nicht kennt.

Ladezeit: Geben Sie die Adresse in PageSpeed Insights ein und wählen Sie die Auswertung für Mobilgeräte. Google nennt als Richtwert, dass der größte sichtbare Inhalt innerhalb von 2,5 Sekunden geladen sein sollte (web.dev: Web Vitals). Große Bilder und viele Plugins sind die häufigsten Bremsen. Was wir an Zielseiten prüfen, steht unter Landingpages.

Was je nach Geschäft zusätzlich zählt

ArtWorauf Besucher besonders achtenPrüfen Sie
OnlineshopPreis, Versandkosten, Lieferzeit, Rückgabe, ZahlungsartenEinen Testkauf auf dem Handy bis zur Zahlungsseite durchspielen
Lokaler DienstleisterEinzugsgebiet, Erreichbarkeit, Bewertungen, Bilder echter ArbeitenIst das Gebiet genannt? Ist die Telefonnummer anklickbar?
Büro, Beratung, B2BWer ist der Ansprechpartner, was ist das Ergebnis, wie läuft die ZusammenarbeitGibt es Namen und Fotos statt nur „Wir“? Ist der Ablauf beschrieben?

Schritt 5: Kommen Anfragen wirklich an?

Dieser Punkt wird am häufigsten übersehen, weil ein Fehler hier keine sichtbaren Spuren hinterlässt. Das Formular wird abgeschickt, der Besucher sieht „Danke“, und die E-Mail kommt nie an.

So prüfen Sie es:

  1. Schicken Sie über jedes Formular eine Testanfrage, einmal vom Handy, einmal vom Computer.
  2. Prüfen Sie Posteingang und Spam-Ordner.
  3. Tippen Sie auf dem Handy auf Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Öffnet sich die richtige App?
  4. Bei Shops: Kommt die Bestellbestätigung an?

Wiederholen Sie den Test nach jedem Update von Website, Plugin oder E-Mail-Einstellungen. Bei dauerhaftem Mess-Setup sollten Sie Testanfragen kennzeichnen, damit sie Ihre Statistik nicht verfälschen.

Messung: Damit Sie künftig sehen, welche Seiten und Kanäle Anfragen bringen, richten Sie in Google Analytics 4 ein Schlüsselereignis für die Anfrage oder den Kauf ein (Google Analytics-Hilfe: Schlüsselereignisse). In der EU gehört dazu ein Cookie-Banner, das Einwilligungen korrekt weitergibt. Wie Sie das prüfen, steht im Ratgeber Consent Mode v2.

Schritt 6: Gibt es Gründe, nicht anzufragen?

Manchmal ist alles technisch in Ordnung, und Besucher fragen trotzdem nicht an. Typische Bremsen:

  • Kein erkennbarer Mensch. Kein Name, kein Foto, keine Adresse außer im Impressum.
  • Veraltete Inhalte. Ein Blog mit dem letzten Beitrag von vor Jahren oder ein Hinweis auf eine längst vergangene Aktion.
  • Unklare Kosten. Nicht jeder kann Preise nennen. Eine Spanne oder ein Beispiel hilft aber mehr als „Preis auf Anfrage“.
  • Zu große erste Hürde. Ein Formular mit vielen Pflichtfeldern, wo eine Telefonnummer oder drei Felder reichen würden.
  • Bewertungen, die nicht prüfbar sind. Zitate ohne Namen oder Quelle wirken eher misstrauisch. Echte Bewertungen auf Google oder Bewertungsplattformen sind glaubwürdiger. Gefälschte Bewertungen zu beauftragen oder zu verbreiten ist nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb unzulässig (UWG, Anhang Nr. 23c).

Drei häufige Missverständnisse

„Wir brauchen mehr Besucher.“ Manchmal ja. Oft ist es aber billiger, aus vorhandenen Besuchern mehr Anfragen zu machen, als neue zu kaufen. Wenn 1.000 Besucher im Monat kommen und niemand anfragt, bringen 2.000 Besucher wahrscheinlich auch nichts.

„Die Website ist doch erst zwei Jahre alt.“ Das Alter sagt wenig. Eine neue Website kann eine wichtige Seite auf „noindex“ haben, eine alte kann sehr gut funktionieren. Prüfen Sie die Schritte oben statt das Baujahr. Wenn ein Neubau wirklich nötig ist, beschreibt die Seite Website-Relaunch, wie dabei nichts verloren geht.

„SEO dauert ewig, also lohnt es sich nicht.“ Für umkämpfte Begriffe stimmt, dass es dauert. Für die Frage, ob Ihre Seiten überhaupt im Index sind und ob das Formular funktioniert, gilt das nicht. Diese Fehler lassen sich an einem Tag finden.

Und wenn Sie Werbung schalten?

Wenn Sie für Besucher bezahlen, etwa über Google Ads oder Meta Ads, gelten dieselben Schritte, aber die Kosten laufen schneller auf. Prüfen Sie dann zusätzlich, bei welchen Suchbegriffen die Anzeigen erscheinen und ob die Anzeige auf eine passende Seite führt. Eine ausführliche Prüfreihenfolge finden Sie im Ratgeber Google Ads bringt keine Anfragen.

Ihre Prüfliste

SchrittFrageWerkzeug
1Wie viele Besucher und Impressionen pro Monat?Search Console, Google Analytics 4
2Sind die wichtigsten Seiten indexiert?URL-Prüftool, Bericht zur Seitenindexierung
3Bei welchen Suchen erscheint die Seite?Search Console > Leistung > Suchanfragen
3Ist das Google-Unternehmensprofil vollständig?Google-Unternehmensprofil
4Ist das Angebot in fünf Sekunden klar?Smartphone, fremde Person
4Lädt die Seite mobil schnell genug?PageSpeed Insights
5Kommen Testanfragen an?Eigener Test, Spam-Ordner
5Wird eine Anfrage gemessen?GA4-Schlüsselereignisse
6Gibt es Gründe, nicht anzufragen?Blick von außen

Wie wir Indexierung, Technik und Inhalte im Einzelnen prüfen, steht unter SEO-Beratung. Wenn Sie die Ursache nicht selbst eingrenzen können oder eine zweite Meinung möchten, können Sie eine kostenfreie Diagnose anfragen (Bedingungen).

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 06.10.2026.

Häufige Fragen

Warum findet Google meine Website nicht?

Häufige Gründe sind: Die Seiten sind nicht indexiert, etwa wegen einer „noindex“-Anweisung, die Website ist sehr neu, oder sie enthält keine Texte zu den Begriffen, nach denen Kunden suchen. Ob eine Seite im Index ist, zeigt das URL-Prüftool der Google Search Console.

Wie viele Besucher braucht eine Website für Anfragen?

Dafür gibt es keine feste Zahl. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Werten: Besucher pro Monat mal Anteil der Besucher, die anfragen. Wenn beide Zahlen unbekannt sind, ist das der erste Punkt, den Sie klären sollten.

Hilft eine neue Website?

Nur wenn die alte das Problem ist. Wenn Google die Seite nicht findet oder Anfragen im Spam-Ordner landen, ändert ein neues Design daran nichts. Prüfen Sie die Ursache vor dem Neubau.

Was bringt das Google-Unternehmensprofil?

Für Unternehmen mit Kunden in der Nähe ist es oft der wichtigste Eintrag, weil es in Google Maps und bei lokalen Suchen erscheint. Google nennt Relevanz, Entfernung und Beliebtheit als Faktoren für die lokale Reihenfolge.

Woran erkenne ich, ob Besucher abspringen?

In Google Analytics 4 sehen Sie pro Seite, wie viele Besucher kamen und wie viele davon ein Schlüsselereignis wie eine Anfrage ausgelöst haben. Ohne eingerichtete Schlüsselereignisse sehen Sie nur Besucherzahlen, nicht den Erfolg.

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