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Google Consent Mode v2: so prüfen Sie, ob er richtig läuft

Ohne Consent Mode v2 fehlen in der EU Conversions in Google Ads. So prüfen Sie die Einrichtung in 5 Minuten: typische Fehler und Lösungen, Stand 10/2026.

Stand: · Autor: Dmitri Shelkov

Consent Mode v2 ist die Schnittstelle, über die Ihr Cookie-Banner Google mitteilt, ob ein Besucher in Werbung und Statistik eingewilligt hat. Google verlangt diese Signale für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, wenn Sie Messung, Remarketing und personalisierte Werbung weiter nutzen wollen. Fehlt er oder ist er falsch verbunden, zeigt Google Ads meist weniger Conversions, als tatsächlich passieren. Ob er richtig läuft, können Sie in etwa fünf Minuten selbst prüfen.

Stand dieses Beitrags: Oktober 2026. Die Google-Dokumentation zu Consent Mode wurde zuletzt am 30.07.2026 aktualisiert.

Hinweis: Dieser Beitrag erklärt die Technik und gibt allgemeine Informationen zur Rechtslage. Er ist keine Rechtsberatung. Für die rechtliche Bewertung Ihrer Website wenden Sie sich an Ihren Datenschutzbeauftragten oder eine Kanzlei.

Consent Mode ist kein Cookie-Banner. Er ist eine Programmierschnittstelle in den Google-Tags (Google Ads, Google Analytics, Google Tag Manager). Ihr Banner, also die Consent-Management-Plattform (CMP), setzt darüber Einwilligungsstatus, und die Google-Tags passen ihr Verhalten daran an (Google Ads-Hilfe: Einwilligungsmodus).

Version 2 hat zu den bisherigen zwei Signalen zwei neue hinzugefügt. Zusammen sind es diese vier (Google for Developers: Consent Mode):

SignalWofür es steht
ad_storageCookies und Kennungen für Werbung
analytics_storageCookies und Kennungen für Statistik
ad_user_dataDarf Google Nutzerdaten für Werbezwecke erhalten? (neu in v2)
ad_personalizationDarf personalisierte Werbung, etwa Remarketing, ausgespielt werden? (neu in v2)

Jedes Signal hat den Wert granted (erteilt) oder denied (abgelehnt).

Basic oder Advanced: der Unterschied

Google beschreibt zwei Arten der Umsetzung (Google for Developers):

BasicAdvanced
Wann laden die Google-Tags?Erst nach Klick auf das BannerSofort, mit Standardstatus „abgelehnt“
Was wird bei Ablehnung gesendet?Nichts, auch kein EinwilligungsstatusEinwilligungsstatus und Messungen ohne Cookies („cookieless pings“)
Modellierung fehlender Conversionsallgemeines Modellauf Ihr Konto zugeschnittenes Modell

Advanced liefert Google mehr Daten für die Modellierung. Ob das Senden cookieloser Signale ohne Einwilligung mit Ihrer Datenschutzbewertung vereinbar ist, wird unterschiedlich gesehen. Das sollten Sie bewusst entscheiden und dokumentieren, nicht der Voreinstellung eines Plugins überlassen.

Was gilt rechtlich und was verlangt Google?

Hier werden zwei Dinge oft vermischt:

Das Gesetz. In Deutschland regelt § 25 TDDDG (bis Mai 2024 TTDSG), dass Informationen auf dem Endgerät nur mit Einwilligung gespeichert oder ausgelesen werden dürfen, außer sie sind für den gewünschten Dienst unbedingt erforderlich (§ 25 TDDDG). Information und Einwilligung richten sich nach der DSGVO. Werbe- und Statistik-Cookies fallen in aller Regel nicht unter die Ausnahme.

Google. Googles Richtlinie zur Einwilligung der Nutzer in der EU gilt für Nutzer im EWR, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz. Sie verlangt unter anderem eine rechtlich wirksame Einwilligung für Cookies, wo das Gesetz sie verlangt, und für personalisierte Werbung. Für den EWR schreibt Google außerdem, dass Sie Einwilligungen einholen und an Google übermitteln müssen, um Messung, Personalisierung und Remarketing weiter zu nutzen. Seit 2024 setzt Google das durch (Tag Manager-Hilfe: Einwilligung von Nutzern im EWR).

Consent Mode ist also das technische Werkzeug, mit dem Sie Googles Anforderung erfüllen. Die Einwilligung selbst holt Ihr Banner ein.

Die Folgen sieht man selten als Fehlermeldung, sondern an den Zahlen:

  • Google Ads zeigt deutlich weniger Conversions als Ihr Postfach oder Shop-System.
  • Remarketing-Listen bleiben klein oder füllen sich nicht.
  • Automatische Gebotsstrategien bekommen zu wenige Conversion-Daten und steuern schlechter.
  • Im schlimmsten Fall laden Tags vor der Einwilligung. Dann ist das Messproblem gelöst, aber ein Datenschutzproblem entstanden.

Wenn in Ihrem Konto Klicks ankommen, aber keine Anfragen gemessen werden, gehört Consent Mode zu den ersten Prüfpunkten. Mehr dazu im Ratgeber Google Ads bringt keine Anfragen. Was wir bei einer Prüfung von Tracking und Einwilligung im Einzelnen ansehen, steht unter Conversion-Tracking und Consent.

Prüfung in 5 Minuten

Wie Sie Consent Mode von Grund auf einrichten, Schritt für Schritt mit Tag Manager oder gtag.js, steht im Ratgeber Consent Mode einrichten.

Sie brauchen dafür nur einen Chrome-Browser.

Variante A: Google Tag Assistant

  1. Öffnen Sie tagassistant.google.com und geben Sie Ihre Website-Adresse ein.
  2. Im neuen Fenster erscheint Ihr Cookie-Banner. Noch nicht klicken.
  3. Wählen Sie im Tag Assistant in der Ereignisliste das früheste Ereignis „Consent“ und öffnen Sie den Reiter „Consent“. In der Spalte „On-page Default“ steht der Standardstatus. Für Besucher aus der EU sollten ad_storage, analytics_storage, ad_user_data und ad_personalization auf denied stehen.
  4. Klicken Sie im Banner auf „Alle akzeptieren“. Wählen Sie das neueste Consent-Ereignis. In der Spalte „On-page Update“ sollten die Signale jetzt auf granted stehen.
  5. Wiederholen Sie den Test in einem neuen Fenster mit „Ablehnen“. Die Signale müssen auf denied bleiben.

So beschreibt es auch Googles eigene Anleitung zur Fehlersuche (Google for Developers: Consent Mode debuggen).

Variante B: Entwicklertools im Browser

  1. Öffnen Sie Ihre Website in einem privaten Fenster, damit keine alte Einwilligung gespeichert ist.
  2. Drücken Sie F12 (Mac: Cmd + Option + I) und wechseln Sie zum Reiter „Network“ bzw. „Netzwerk“.
  3. Tippen Sie ins Filterfeld collect oder google.
  4. Laden Sie die Seite neu, ohne das Banner zu bedienen. Klicken Sie eine Anfrage an Google an und suchen Sie in der Adresse nach gcs= und gcd=.

Der Parameter gcs hat die Form G1xy: Die erste Stelle nach „G1“ steht für Werbung, die zweite für Statistik. G100 heißt: beides abgelehnt. G111 heißt: beides erteilt (CookieHub-Dokumentation). Der Parameter gcd enthält alle vier Signale und zeigt zusätzlich, wie sie gesetzt wurden.

Was Sie beim Neuladen ohne Klick sehen sollten: entweder gar keine Anfragen an Google (Basic) oder Anfragen mit gcs=G100 (Advanced). Anfragen mit G111, bevor jemand eingewilligt hat, sind ein Fehler.

Typische Fehler und wie Sie sie beheben

Der Standardstatus wird zu spät gesetzt

Google nennt dieses Beispiel ausdrücklich: Die Seite wird geöffnet, das Werbe-Tag feuert, erst danach wird der Standardstatus auf „abgelehnt“ gesetzt. Dann hat das Tag schon Cookies gelesen oder geschrieben. Lösung laut Google: Den Befehl für den Standardstatus so weit oben im Code platzieren, dass er vor allen Tags ausgeführt wird (Google for Developers).

Im Google Tag Manager heißt das meist: Die Vorlage Ihres Consent-Tools muss beim Trigger „Consent Initialization – All Pages“ laufen, nicht bei einem späteren.

Der Standardstatus fehlt ganz

Ohne Standardstatus wissen die Google-Tags vor dem Klick nicht, was gilt. Im Tag Assistant fehlt dann das erste Consent-Ereignis, oder es enthält nur einen Teil der Signale.

Nur zwei statt vier Signale

Ältere Einrichtungen setzen nur ad_storage und analytics_storage. Seit März 2024 überträgt Google für EWR-Nutzer den Wert von ad_storage zwar automatisch auf ad_user_data (Tag Manager-Hilfe). Sauber ist das aber nicht, und ad_personalization bleibt offen. Aktualisieren Sie die Vorlage oder das Plugin Ihres Consent-Tools.

Das Banner ist nicht mit Google verbunden

Das Banner sieht korrekt aus, gibt die Entscheidung aber nicht weiter. Im Tag Assistant ändert sich nach dem Klick nichts. Häufige Ursache: Im Consent-Tool ist die Google-Consent-Mode-Option nicht aktiviert, oder Tags sind doppelt eingebaut, einmal über den Tag Manager und einmal direkt im Theme.

Tags laden trotz Ablehnung mit Cookies

Wenn nach „Ablehnen“ Werbe-Cookies gesetzt werden, ist meist ein Tag außerhalb des Consent-Systems eingebaut. Prüfen Sie in den Entwicklertools unter „Application“ bzw. „Anwendung“ > „Cookies“, ob Cookies wie _gcl_au oder _ga nach der Ablehnung auftauchen.

Verbreitet sind unter anderem Usercentrics, Cookiebot, Borlabs Cookie und Real Cookie Banner, für WordPress oft als Plugin. Wichtiger als der Name ist, dass das Tool die vier Signale korrekt setzt und vor den Tags lädt. Google führt im CMP-Partnerprogramm Anbieter auf, die Consent Mode unterstützen.

Prüfen Sie nach jedem Update des Plugins oder Themes erneut mit dem Tag Assistant. Updates verändern die Ladereihenfolge öfter, als man denkt.

Und Meta Ads?

Consent Mode ist ein Google-System. Der Meta-Pixel hat eine eigene Einwilligungsfunktion: Mit fbq('consent', 'revoke') wird das Senden angehalten, mit fbq('consent', 'grant') nach der Einwilligung freigegeben (Meta for Developers). Viele Consent-Tools steuern das mit (mehr dazu unter Meta Ads). Prüfen Sie im Netzwerk-Reiter, ob vor der Einwilligung Anfragen an facebook.com/tr gehen.

Prüfliste zum Abhaken

  • [ ] Banner erscheint beim ersten Besuch
  • [ ] Standardstatus vor allen Tags gesetzt, alle vier Signale denied
  • [ ] Nach „Akzeptieren“: Update auf granted
  • [ ] Nach „Ablehnen“: Signale bleiben denied, keine Werbe-Cookies
  • [ ] Keine Google-Anfrage mit gcs=G111 vor der Einwilligung
  • [ ] Meta-Pixel sendet erst nach Einwilligung
  • [ ] Entscheidung Basic oder Advanced dokumentiert
  • [ ] Test nach jedem Plugin- oder Theme-Update wiederholt

Wenn Sie möchten, dass jemand Tracking und Einwilligung zusammen mit Ihren Werbekonten prüft, können Sie eine kostenfreie Diagnose anfragen (Bedingungen).

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 06.10.2026. Keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Ist Consent Mode v2 Pflicht?

Kein Gesetz schreibt Consent Mode vor. Google verlangt aber für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, dass Einwilligungssignale übermittelt werden, wenn Sie Messung, Remarketing und personalisierte Werbung weiter nutzen wollen. Die Pflicht zur Einwilligung selbst ergibt sich aus Datenschutzrecht, etwa § 25 TDDDG.

Basic oder Advanced, was ist besser?

Im Basic-Modus laden Google-Tags erst nach der Einwilligung und senden vorher nichts. Im Advanced-Modus laden sie sofort mit Status „abgelehnt“ und senden cookielose Signale, die Google für die Modellierung fehlender Conversions nutzt. Welcher Modus für Sie zulässig und sinnvoll ist, klären Sie am besten mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Wie prüfe ich, ob er aktiv ist?

Mit Google Tag Assistant: Website verbinden, Banner bedienen, dann das früheste und das neueste Consent-Ereignis auswählen. Der Reiter „Consent“ zeigt den Standard- und den aktualisierten Status. Alternativ in den Entwicklertools des Browsers die Anfragen an Google nach den Parametern gcs und gcd durchsuchen.

Was passiert, wenn er fehlt?

Google kann für Nutzer im EWR Messung, Remarketing und Personalisierung nur eingeschränkt anbieten. In der Praxis zeigt das Werbekonto dann weniger Conversions, als tatsächlich passieren, und Remarketing-Listen wachsen kaum.

Funktioniert er mit jedem Cookie-Banner?

Nur wenn das Banner die Entscheidung des Besuchers an Google weitergibt. Viele verbreitete Consent-Tools bieten dafür eine Einstellung oder Vorlage; Google führt eine Liste von Partnern im CMP-Partnerprogramm.

Brauche ich ihn auch für Meta Ads?

Consent Mode ist ein Google-System. Der Meta-Pixel hat einen eigenen Mechanismus: Mit den Befehlen fbq('consent', 'revoke') und fbq('consent', 'grant') wird das Senden bis zur Einwilligung angehalten.

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